AI-Services testen
Wiederholbare Prüfungen, damit eine Workflow-Änderung nicht unbemerkt die Qualität kippt.
Was du in diesem Tutorial tust
Ein AI-Service, den du heute baust, läuft morgen mit einem geänderten Prompt, übermorgen mit einem anderen Modell. Ob das Ergebnis dabei besser oder schlechter geworden ist, merkt man ohne Test meistens erst, wenn sich jemand beschwert.
Testfälle nehmen einen guten Lauf als Referenz auf und vergleichen spätere Läufe dagegen. Den Vergleich macht ein Sprachmodell, nicht ein Zeichenvergleich — das hat Vorteile und eine wichtige Grenze. Voraussetzung: C3, für mehrstufige Services zusätzlich C4.
Quellen und Stand
Geprüft gegen das AuxData-Administratorhandbuch v2.4.1 (Stand 07.09.2026), Kapitel 8, 8.1, 8.2, 8.3, 8.4, 8.5, 8.6, 8.7, 8.8, 8.9, 8.10 und 8.11.
Hinweis: Testfälle setzen die Rolle AgentAdmin, OrgAdmin oder ServiceAdmin voraus. Beschriftungen einzelner Schaltflächen können je nach Produktstand abweichen.
Wozu Testfälle
Das Problem heißt Regression: Etwas wird geändert, und etwas anderes bricht.
1Was ein Testfall ist
Ein Testfall ist eine wiederholbare, automatisierte Prüfung für einen AI-Service. Er hält die Eingabewerte und die Ergebnisse eines guten Laufs als Referenz fest. Spätere Läufe werden dagegen verglichen.
Der Nutzen wächst mit der Komplexität: Bei einem einstufigen Service sieht man eine Verschlechterung noch. Bei einem fünfstufigen Workflow, bei dem Schritt 3 seit der letzten Prompt-Änderung eine Zahl weglässt, merkt es ohne Test niemand.
2Wer darf das
Testfälle anlegen, verwalten und ausführen dürfen die Rollen AgentAdmin, OrgAdmin und ServiceAdmin. Der Testfall-Manager liegt im Dropdown-Menü des AI-Service unter dem Eintrag Tests.
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Testfall aufnehmen
Ein Testfall entsteht aus einem echten Lauf, nicht aus einem Formular.
1Der Ablauf
- Den AI-Service im Cockpit oder im AI-Service-Manager öffnen.
- Das Eingabeformular vollständig ausfüllen, also alle Eingabe-Parameter.
- Ausführen klicken und auf das Ergebnis warten.
- Im Ergebnis-Schritt Als Testfall speichern wählen.
- Im Dialog einen eindeutigen Namen vergeben, etwa „Angebotserstellung — Standardfall“, und optional eine Beschreibung.
Nach dem Absenden ist der Testfall angelegt. Er enthält die Eingabewerte und die Ergebnisse dieses Laufs — bei mehrstufigen Workflows je Schritt.
2Nimm einen guten Lauf
3Dateien lassen sich nicht aufnehmen
Für Services, die auf Dateien arbeiten, heißt das in der Praxis: entweder einen festen Beispielsatz bereithalten und beim Testlauf erneut hochladen, oder den Text der Datei als Langtext-Parameter mitführen.
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Testfälle verwalten
Eine Liste, drei Aktionen, ein Dialog mit drei Reitern.
1Die Liste
Der Testfall-Manager zeigt alle Testfälle des Service mit Name, Beschreibung, Anzahl der Schritte und Erfassungsdatum.
- Bearbeiten
- Öffnet den Dialog mit drei Reitern: Stammdaten (Name, Beschreibung), Eingabe-Parameter (die gespeicherten Werte, je Feld als „Name (schlüssel)“) und Zu prüfende Schritte (erwartete Ergebnisse je Schritt und Auswertungs-Flag).
- Löschen
- Entfernt den Testfall nach Rückfrage.
- Details
- Zeigt Eingabe-Parameter und bislang gespeicherte Ergebnisse.
2Das Auswertungs-Flag
Über den Reiter Zu prüfende Schritte legst du fest, welche Schritte überhaupt bewertet werden. Das ist nützlich für Schritte, deren Ausgabe naturgemäß schwankt — etwa ein Schritt, der eine Uhrzeit oder eine laufende Nummer erzeugt. Ein solcher Schritt würde sonst jeden Lauf zum Fehlschlag machen.
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Schwellwert setzen
Ein Prozentwert entscheidet über bestanden und fehlgeschlagen.
1Ein Wert je Service
Auf der Testfall-Manager-Seite steht das Feld Schwellwert mit eigener Schaltfläche Schwellwert speichern.
- Leer
- Es gilt der Plattform-Standard, üblicherweise 80 Prozent.
- Zahlenwert 0 bis 100
- Gilt für alle Testfälle dieses Service.
2Wie bewertet wird
Den Vergleich macht ein spezialisiertes Sprachmodell, im Handbuch LLM-as-a-Judge genannt. Es vergleicht je Schritt das neue Ergebnis mit der gespeicherten Referenz und gibt an, zu wie viel Prozent beide inhaltlich übereinstimmen. Berücksichtigt werden semantische Ähnlichkeit, Kontext und Absicht sowie Vollständigkeit — es ist also kein Wort-für-Wort-Vergleich.
3Wohin mit dem Wert
Das Handbuch empfiehlt 75 bis 85 Prozent als Startintervall und warnt davor, den Wert unter 60 Prozent zu setzen — ein Test, der fast alles durchwinkt, kostet Laufzeit und sagt nichts.
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Ausführen und lesen
Vier Status-Badges und eine Detailansicht, die den Unterschied zeigt.
1Starten
Auf der Testfall-Manager-Seite stehen Alle ausführen und Auswahl ausführen — letzteres nach dem Markieren einzelner Testfälle. Danach erscheint eine Fortschrittsanzeige. Die Ausführung läuft als Hintergrund-Job und blockiert die Oberfläche nicht.
2Die vier Status
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| Bestanden | Alle Schritte und das Endergebnis erreichen den Schwellwert. |
| Fehlgeschlagen | Mindestens ein Schritt oder das Endergebnis liegt darunter. |
| Veraltet | Der Testfall wurde mit einem anderen Workflow erfasst, die Struktur hat sich geändert. |
| Fehler | Die Ausführung brach technisch ab, etwa durch API-Fehler oder Timeout. |
Fehlgeschlagen und Fehler sind verschiedene Dinge. Das eine ist ein inhaltliches Signal, das andere ein Betriebsproblem. Wer beides zusammenwirft, sucht am falschen Ende.
3Die Detailansicht
Ein Klick auf einen Testfall öffnet zwei Reiter. Im Reiter Bewertung stehen oben Name, Beschreibung, Aufnahmezeitpunkt, Gesamt-Status und Gesamt-Score. Darunter je Schritt in eigenem Rahmen:
- Schritt-Name und Status
- Welcher Schritt, wie bewertet.
- Score
- Übereinstimmung in Prozent.
- Erwartet und Tatsächlich
- Die gespeicherte Referenz und die neue Ausgabe, gekürzt dargestellt.
- Judge-Begründung
- Warum diese Quote vergeben wurde, etwa: Format und Inhalt stimmen überein, nur zwei Wörter unterscheiden sich in der Formulierung.
Unterhalb der Schritte stehen erwartetes und tatsächliches Endergebnis im Volltext mit eigener Begründung. Der zweite Reiter Eingabe-Parameter zeigt die gespeicherten Eingabewerte schreibgeschützt.
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Analyse nutzen
Die Plattform sagt dir nicht nur, dass etwas abweicht, sondern wo sie die Ursache vermutet.
1Zwei Schaltflächen
- Analyse
- Erscheint unter jedem Schritt, der den Schwellwert unterschritten hat. Das Modell untersucht die vollständige Konfiguration dieses Schritts: Systemprompt, Aufgabenstellung, Ausgabeformat, Such-Prompt, Wissensdatenbank, Modell mit Parametern und Beispiele.
- Gesamtanalyse
- Untersucht alle abweichenden Schritte gemeinsam und liefert eine übergreifende Einschätzung.
2Aufbau eines Befunds
Die Analyse nennt zuerst eine Ursache in ein bis drei Sätzen und listet dann strukturierte Befunde je Konfigurationseingabe:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Aspekt | Betroffene Eingabe: Systemprompt, Aufgabenstellung, Ausgabeformat, Suche, Modell, Beispiele |
| Schweregrad | OK, Warnung oder Problem |
| Problem | Was an dieser Eingabe konkret nicht passt |
| Empfehlung | Umsetzbare Handlungsanweisung |
| Vorschlag | Fertig formulierter Ersatzwert, sofern sinnvoll |
Bei der Gesamtanalyse trägt jeder Befund zusätzlich den Schritt-Titel, zu dem er gehört.
3Empfehlung, kein Fix
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Veraltet und Verlauf
Was passiert, wenn sich der Workflow ändert — und wie man Trends sieht.
1Warum ein Test veraltet
Änderst du den Workflow eines Service, also Schritte hinzufügen, entfernen oder umstellen, markiert die Plattform bereits erfasste Testfälle automatisch als veraltet. Sie erkennt die strukturelle Abweichung und kennzeichnet die betroffenen Schritte.
- Neue Schritte
- Haben keine Referenzdaten, der Vergleich ist unmöglich.
- Entfernte Schritte
- Werden ignoriert.
- Ergebnis
- Der Lauf ist zwar möglich, aber nicht aussagekräftig.
2Neu aufnehmen
- Den Service manuell mit den ursprünglichen Eingabe-Parametern ausführen.
- Das Ergebnis fachlich abnehmen.
- Als Testfall speichern wählen und den veralteten Testfall ersetzen.
3Der Verlauf
Testfall-Manager und Detailansicht führen eine chronologische Liste aller bisherigen Läufe mit Datum, Uhrzeit, Status und Gesamt-Score. Ein Klick auf einen Eintrag zeigt die historischen Details, ohne sie zu ändern. So siehst du, ob ein Test über Wochen besser oder schlechter wird und wann genau etwas gekippt ist.
4Die Empfehlungen des Handbuchs
- Tests für jeden Service anlegen, dessen Ausgabe geschäftskritisch ist.
- Nicht nur Standardfälle abdecken, sondern auch Randfälle.
- Nach jeder größeren Workflow-Änderung ausführen.
- Schwellwert nicht unter 60 Prozent; 75 bis 85 Prozent als Startintervall.
- Veraltete Tests zeitnah neu aufnehmen.
- Bei anhaltenden Problemen die Analyse nutzen.
✓ Das hast du jetzt erledigt
Das sitzt.
Du nimmst Testfälle auf, setzt einen tragfähigen Schwellwert, liest Ergebnisse und Befunde und hältst deine Tests aktuell. Damit merkst du eine Verschlechterung, bevor sie jemand meldet.
Sitzt die Qualitätssicherung?
7 Fragen aus den Stufen 1–7. Kein Zertifikat — zur Selbstkontrolle. Beliebig oft wiederholbar.